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PIQY KDS: Bestellungen direkt am Bildschirm – auch mit deiner Kasse
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Küchenmonitor (KDS): Welche Features brauchst du, welche nicht?

Letztes Update: März 2026

Inhaltsverzeichnis

KDS-Anbieter bewerben 15 bis 20 Features pro Produkt. Die Hälfte brauchst du. Ein Viertel lohnt sich ab einer gewissen Betriebsgröße. Der Rest klingt im Verkaufsgespräch beeindruckend und verstaubt danach im Menü.

Was jedes KDS können muss

Vier Funktionen sind so grundlegend, dass ein KDS ohne sie keinen Sinn ergibt.

Echtzeit-Bestellanzeige

Jede Bestellung, die das Kassensystem erfasst, erscheint sofort auf dem Küchenbildschirm. Das KDS aktualisiert Änderungen und Stornos in Echtzeit, kein Nachdruck nötig. Du arbeitest immer mit dem aktuellen Stand.

Timer und Farbmarkierung

Ein gutes KDS zeigt pro Bestellung die verstrichene Zeit an und wechselt die Farbe, sobald die Zielzeit abläuft. Grün heißt alles im Rahmen, gelb wird knapp, rot ist überfällig. Du siehst auf einen Blick, welche Bestellung am längsten wartet, ohne Bons am Halter durchzusortieren.

Bestellungen als fertig markieren

Per Touch auf dem Bildschirm oder per physischem Bump Bar hakst du erledigte Bestellungen ab. Sie verschwinden vom Bildschirm, die nächste rückt nach. Kein Zettel abreißen, kein Durchstreichen.

Bump Bars sind physische Taster neben dem Bildschirm. Für Küchen mit viel Fett und Feuchtigkeit sind sie eine Alternative zum Touchscreen. „Die Bildschirme reagieren nicht auf Berührungen, wenn sie es sollen”, schreibt ein Koch.1 PIQY, QSR Automations und einige internationale Systeme bieten Bump-Bar-Support. Viele andere setzen auf reine Touchbedienung.

POS-Anbindung

Ohne Verbindung zum Kassensystem landet keine Bestellung auf dem Bildschirm. Bei einem Kassen-KDS (z.B. Lightspeed, Gastronovi) ist die Anbindung automatisch. Bei einem Standalone-KDS wie PIQY läuft die Verbindung über eine Schnittstelle. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Kassensystem kompatibel ist.

Soundbenachrichtigung gehört zu den Muss-Features, viele vergessen sie aber beim Kauf. Ohne akustisches Signal übersieht die Küche neue Bestellungen. Ein Koch beschreibt das Problem: Du drehst dich um und merkst, dass ein medium-rare Steak seit zehn Minuten wartet, weil du den Druckersound als Signal gewohnt bist.2

Features die sich ab 150 Bestellungen am Tag lohnen

Bei einem kleinen Café mit 50 Bestellungen am Tag reicht ein einzelner Bildschirm mit den Basisfunktionen. Ab ungefähr 150 Bestellungen oder ab zwei Küchenposten wird es unübersichtlich. Dann helfen diese Features.

Stationsrouting

Das KDS verteilt Bestellungen nach Stationen: Vorspeisen an die kalte Küche, Hauptgänge an den Grill, Getränke an die Bar. Jeder Bildschirm zeigt nur die Bestellungen, die seine Station betreffen. Ohne Routing sieht jeder Bildschirm alles, und der Barkeeper scrollt durch 30 Burger-Bestellungen, um seine Cocktails zu finden.

Lightspeed, PIQY und die meisten Standalone-Systeme bieten Stationsrouting.

Bei den meisten Systemen ordnest du jedem Bildschirm eine Station fest zu. PIQY löst das anders. Dort empfängt jedes Gerät alle Bestellungen, und du filterst pro Ansicht, was sichtbar ist. Die Küche sieht Bestellnummer und Gerichte, die Packstation Tisch und Kellner, die Bar nur Getränke. Auf einem Gerät legst du mehrere Ansichten als Tabs an und wechselst zwischen ihnen. Ein einzelnes iPad wird so flexibel wie drei starre Bildschirme.

Starre vs. flexible Systeme: ein Beispiel

Ein Kunde bestellt ein Burger-Menü mit Patty, Pommes und Getränk. In einem starren KDS landet die komplette Bestellung auf dem Bildschirm der Küche. Jeder sieht alles.

PIQY kann das aufspalten. Der Koch am Grill sieht nur das Patty. Die Fritteuse sieht nur die Pommes. Beide wissen nichts vom Rest, weil die Information für sie irrelevant ist. An der Packstation erscheint die Bestellung erst, wenn Patty und Pommes als fertig markiert sind. Das Getränk nimmt der Packer direkt aus dem Kühlschrank neben sich.

Das funktioniert, weil PIQY Bestellungen gruppieren kann und Status-Optionen frei konfigurierbar sind. Du legst fest, welche Teile einer Bestellung an welcher Ansicht auftauchen und unter welchen Bedingungen.

Solche parallelen Produktionsstraßen bildet sonst nur QSR Automations ab (seit 2025 unter dem Namen Crunchtime Kitchen). Das System ist noch konfigurierbarer als PIQY, funktioniert aber wie Salesforce: Du brauchst für jede Anpassung einen Consultant oder Sales Engineer, der die Konfiguration vornimmt. Nutzer beschreiben das Setup als „a lot of work” und fühlen sich selbst nach Jahren als „Novizen”.3 In Deutschland vertreibt QSR Tech (ehemals Cecon Smart Kitchen Division) das System exklusiv. Die Software kostet ab ca. 200 $/Monat pro Standort (Basislizenz plus Stationslizenzen), dazu kommt proprietäre Industriehardware. Kunden sind Ketten wie Chili’s, Shake Shack, Vapiano oder Burgermeister. Für einen einzelnen Gastronomiebetrieb ist QSR Automations überdimensioniert und zu teuer. PIQY deckt vergleichbare Workflows ab, ohne dass du einen Consultant brauchst, und skaliert vom Einzelbetrieb bis zur Kette.

Gangsteuerung

Bei einem Vier-Gänge-Menü soll die Vorspeise vor dem Hauptgang auf dem Bildschirm erscheinen. Mit Gangsteuerung (englisch: Coursing oder Hold & Fire) legst du die Reihenfolge fest. Der Küchenchef gibt die nächste Runde frei, wenn die vorherige am Tisch ist.

Einige internationale Systeme bieten Gangsteuerung als eigenes Feature. PIQY hat keine dedizierte Gangsteuerung, löst das Problem aber über seine konfigurierbaren Status und Ansichten: Du definierst eigene Status-Schritte und legst fest, wann welche Bestellung auf welchem Bildschirm erscheint.

Für Cafés, Imbisse oder Takeaway-Betriebe spielt Gangsteuerung keine Rolle.

Prioritätssystem

Rush-Orders, Allergiker-Bestellungen oder VIP-Tische nach vorne schieben. Gute Systeme markieren diese Tickets farblich oder rücken sie an den Anfang der Warteschlange. PIQY bietet ein Prioritätssystem. Bei vielen Kassen-KDS fehlt die Funktion.

Allergien verdienen besondere Aufmerksamkeit. Gute Systeme heben Allergie-Modifikatoren farblich hervor, z.B. in Rot, damit sie im Stress nicht untergehen.

Recall

Ein abgehaktes Ticket zurückholen, weil der Gast doch noch etwas ändern will. Ohne Recall ist das Ticket weg und du musst eine neue Bestellung aufgeben. Standalone-Systeme bieten Recall fast immer. Bei Kassen-KDS fehlt die Funktion häufiger.

Abholbildschirm und Gästebenachrichtigung

Diese Features richten sich an Betriebe mit hohem Takeaway-Anteil. Für ein klassisches Restaurant mit Tischservice sind sie selten nötig.

Customer-Facing Display (Abholbildschirm)

Ein zweiter Bildschirm im Gastraum oder am Tresen zeigt Gästen den Status ihrer Bestellung. Bestellnummer eingeben oder auf dem Monitor suchen, sehen ob es fertig ist. Kennst du von McDonald’s. PIQY bietet einen Abholmonitor, dessen Layout du über den Canvas-Editor frei gestalten kannst, passend zum Branding deines Betriebs. Kassen-KDS bieten in aller Regel keinen Abholbildschirm.

Für Betriebe mit 50+ Takeaway-Bestellungen am Tag spart ein Abholbildschirm dem Personal die dauernden Nachfragen. Für ein Restaurant, das hauptsächlich am Tisch serviert, ist er überflüssig.

Gästebenachrichtigung

„Deine Bestellung ist fertig” aufs Handy. Praktisch, wenn Gäste draußen sitzen oder sich nicht vor dem Tresen aufhalten wollen. PIQY bietet eine Gästebenachrichtigung. Andere Systeme lösen das per SMS über das POS.

Statistiken und Berichte

Fast jeder KDS-Anbieter bewirbt „Analytics” und „Performance Reports”. Du siehst, wie lange Bestellungen im Schnitt brauchen, welche Station der Engpass ist, zu welchen Uhrzeiten die Küche am langsamsten arbeitet.

In der Praxis schaut kaum jemand rein. „Manche Küchen prüfen die KDS-Metriken jede Woche, andere schauen sie nie an”, stellt TechRyde in einer Branchenanalyse fest.4 Wenn du Reporting einbaust, aber die Ergebnisse nie liest, bringt dir das Feature nichts.

Wann sich Analytics lohnen

Ab ca. 300 Bestellungen am Tag und bei mehreren Schichten wird Datenanalyse relevant. Du erkennst Muster: Dienstagabend dauern Hauptgänge im Schnitt acht Minuten länger als montags. Warum? Vielleicht ein Personalengpass, vielleicht ein Gericht, das zu aufwendig ist. Diese Erkenntnisse brauchen aber jemanden, der die Daten auch liest und daraus Entscheidungen ableitet.

Für einen Imbiss mit zwei Mitarbeitern sind KDS-Statistiken Zeitverschwendung.

All-Day-Count

Ein Feature, das in keine der obigen Kategorien passt, aber von Köchen geschätzt wird: die aggregierte Tagesansicht. Statt einzelne Tickets zu zählen, siehst du: fünf Burger auf dem Grill, acht Vorspeisen offen, zwei Desserts in der Warteschlange. Manche Systeme nennen das „All-Day Summary” oder „All-Day Count”. Das hilft bei der Mise en Place und bei der Frage, ob du genug Zutaten für den Abendservice hast.

Was du ignorieren kannst

Manche Features klingen beeindruckend und lösen Probleme, die du nicht hast.

KI-basierte Vorhersagen

Vereinzelt bewerben KDS-Anbieter KI-gestützte Bestellvorhersagen: Das System sagt voraus, welche Gerichte in den nächsten Minuten bestellt werden. Für eine Großkantine mit 1.000+ Bestellungen am Tag mag das einen Unterschied machen. Für ein Restaurant mit 200 Bestellungen hast du als Küchenchef dieses Gespür selber, weil du die Karte und den Freitagabend kennst.

Keine der Praxis-Stimmen aus Foren oder Bewertungen erwähnt KI-Vorhersagen als gewünschtes oder vermisstes Feature.

15 verschiedene Anzeigemodi

Gridview, Listview, Ticket View, Summary View, Expo View. Viele KDS bieten ein halbes Dutzend vorgefertigte Layouts. In der Praxis wählst du in der ersten Woche einen Modus, der für deine Küche passt, und änderst ihn danach nie wieder.

Anpassbare Layouts sind kein Nachteil. Aber vorgefertigte Modi, zwischen denen du wählen kannst, sind etwas anderes als echte Konfigurierbarkeit. Bei PIQY gestaltest du Ansichten mit dem Canvas-Editor frei: Du bestimmst, welche Information wo steht, was gefiltert wird und was auf welchem Tab erscheint. Das ist kein kosmetisches Feature, sondern beeinflusst, wie dein Team arbeitet.

Rezeptanzeige auf dem Bildschirm

Rezepte neben der Bestellung einblenden, damit der Koch nachschauen kann. Klingt nach einer guten Idee für Aushilfen. Erfahrene Köche kennen ihre Karte und empfinden es als Ablenkung. In Betrieben mit hoher Fluktuation (Fast Casual, Systemgastronomie) kann es helfen. Für die meisten Küchen ist es irrelevant.

Inventar-Tracking im KDS

Bestandsverwaltung taucht bei einigen Anbietern als KDS-Feature auf. In einem Gastro-Forum schreibt ein Betreiber: Er brauche kein Inventar-Tracking im KDS, er wolle nur einzelne Variationen ein- und ausschalten können, wenn etwas ausverkauft ist, ohne sie aus jedem Menüpunkt manuell zu entfernen.5 Ein KDS soll Bestellungen anzeigen. Inventar gehört ins Kassensystem oder in eine separate Warenwirtschaft.

Kassen-KDS vs. Standalone: wo liegen die Unterschiede?

Viele Kassensysteme bringen ein eigenes KDS mit, manche kostenlos (Gastronovi), manche als kostenpflichtiges Add-on. Andere Kassensysteme wie orderbird oder ready2order bieten gar kein KDS an. Wenn deine Kasse keins hat, brauchst du ein Standalone-System.

Die Basisfunktionen (Echtzeit-Anzeige, Timer, Fertig-Markierung) decken Kassen-KDS und Standalone gleichermaßen ab. Die Unterschiede liegen bei allem darüber hinaus:

Kassen-KDS decken die Basics ab: Bestellungen anzeigen, abhaken, Stationsrouting. Die Integration mit der eigenen Kasse funktioniert ohne Setup. Gästebenachrichtigung, Abholmonitor, flexible Ansichten, Filter, Bestellgruppierung und frei gestaltbare Layouts fehlen bei den allermeisten.

Standalone-KDS lohnen sich, wenn deine Kasse kein KDS mitbringt, du Bestellungen aus mehreren Quellen (Kasse, Lieferdienste) auf einem Bildschirm brauchst, flexible Ansichten für verschiedene Stationen willst oder beim Kassenwechsel dein KDS behalten möchtest.

Der ausführliche Vergleich steht im Hauptartikel zu Küchenmonitoren. Dort auch die Preise und die Frage, ab wann sich ein Standalone lohnt.

Was du beim Kauf prüfen solltest

Eine kurze Checkliste, sortiert nach Betriebsgröße:

Jeder Betrieb: Echtzeit-Anzeige, Timer mit Farbmarkierung, Fertig-Touch, POS-Anbindung, Soundbenachrichtigung, Recall.

Ab 150 Bestellungen/Tag oder 2+ Stationen: Stationsrouting, Prioritätssystem. Gangsteuerung nur wenn du Menüfolgen brauchst.

Hoher Takeaway-Anteil: Abholmonitor, Gästebenachrichtigung.

Mehrere Kassensysteme oder Bestellkanäle: Standalone-KDS mit Multi-POS-Anbindung.

Komplexe Produktionsabläufe (parallele Stationen, Gruppierung): Flexibles System mit konfigurierbaren Ansichten und Filtern, z.B. PIQY.

Welche Features braucht ein Küchenmonitor (KDS) mindestens?
Echtzeit-Bestellanzeige, Timer mit Farbmarkierung, Fertig-Markierung per Touch, POS-Anbindung und Soundbenachrichtigung bei neuen Bestellungen. Ohne diese fünf Features ergibt ein KDS keinen Sinn.
Ab wann lohnt sich Stationsrouting?
Ab zwei Küchenposten oder ab ca. 150 Bestellungen am Tag. Wenn Bar, kalte Küche und warme Küche eigene Bildschirme haben und nur ihre relevanten Bestellungen sehen, spart das Zeit und reduziert Fehler.
Brauche ich einen Abholbildschirm?
Nur wenn du viele Takeaway-Bestellungen hast (ca. 50+ am Tag). Für klassischen Tischservice ist ein Customer-Facing Display überflüssig. PIQY bietet einen Abholmonitor, den du über den Canvas-Editor frei gestalten kannst.
Gibt es ein kostenloses KDS?
Gastronovi bringt ein KDS kostenlos im Kassensystem mit. Lightspeed bietet ein KDS als kostenpflichtiges Add-on. Die Basisfunktionen (Anzeige, Timer, Fertig-Markierung) sind abgedeckt, fortgeschrittene Features wie Gästebenachrichtigung, Abholmonitor oder flexible Ansichten fehlen.
Was kostet ein KDS mit allen Features?
PIQY startet bei 59 €/Screen/Monat und wird mit mehr Displays günstiger (ab 30 €). QSR Automations kostet ab ca. 200 $/Monat pro Standort plus Stationslizenzen und proprietäre Hardware. Dazu kommt bei PIQY die Hardware: ein iPad ab ca. 275 €.
Hat orderbird oder ready2order ein KDS?
Nein. Beide Kassensysteme bieten keinen Küchenmonitor an. Die Küche arbeitet mit gedruckten Bons. Wenn du orderbird oder ready2order nutzt und ein KDS willst, brauchst du ein Standalone-System wie PIQY.
Quellen
  1. Hospitality Helpline: Which Kitchen Display System (KDS) Is Right for You?

  2. Küchendisplay einführen: So holst du dein Küchenteam ab

  3. Capterra: ConnectSmart Kitchen Reviews

  4. TechRyde: KDS Performance Metrics That Boost Restaurant Revenue

  5. Square Community Forum: KDS Feature Requests 2