Letztes Update: März 2026
Inhaltsverzeichnis
Vectron Systems verkauft seit 1990 Kassensysteme aus Münster. Über 250.000 Systeme im Einsatz, Schwerpunkt auf Bäckereien und Gastronomie. Seit Oktober 2025 hat Vectron mit dem Order Hub einen eigenen Küchenmonitor (KDS): eine Systembox mit Touchscreen-Monitor, Gangsteuerung, Stationsfilter und Laufzeitüberwachung. Vectron verkauft ausschließlich über Fachhändler. Wer ein iPad in der Küche will statt Vectron-Hardware, kombiniert Vectron mit PIQY.
Was ist ein Küchenmonitor (KDS)?
Ein Küchenmonitor (KDS) ersetzt den Bondrucker in der Küche durch einen Bildschirm. Bestellungen erscheinen digital auf einem Tablet oder Monitor, das Küchenteam arbeitet sie ab und markiert sie per Touch als fertig.
In Vectron-Betrieben mit mehreren Stationen und Mehrgangmenüs koordiniert die Küche Vorspeise, Hauptgang und Dessert über den Bildschirm statt Bons zwischen Posten hin- und herzureichen. Der Vergleich Bondrucker vs. Küchenmonitor (KDS) zeigt die Unterschiede, der Feature-Vergleich die Funktionen.
Was ist Vectron?
Vectron Systems AG wurde 1990 in Münster gegründet und war bis September 2024 an der Frankfurter Börse gelistet. Rund 190 Mitarbeiter entwickeln und produzieren Kassensysteme für Gastronomie, Bäckereien, Hotellerie und Einzelhandel. Im Bäckereisegment sieht sich Vectron als Marktführer in Deutschland. Referenzkunden: Dunkin’ Donuts, Gosch Sylt, Hans im Glück, Steigenberger Hotels.
Shift4-Übernahme
Seit Juni 2024 gehört Vectron mehrheitlich zu Shift4 Payments (NYSE: FOUR), einem US-amerikanischen Zahlungsunternehmen. Im September 2024 wurde Vectron von der Börse genommen. Shift4 ist auf integrierte Zahlungsabwicklung spezialisiert. In der Praxis heißt das: Kartenzahlung bei Vectron läuft über Shift4-Terminals, du buchst Payment und Kasse als Paket. Einen externen Zahlungsanbieter einzubinden ist nicht vorgesehen. Neben Vectron betreibt das Unternehmen die Marken bonVito (Kundenbindung mit über 6.000 aktiven Filialen) und Duratec (Budgetlinie).
Das Fachhändler-Modell
Vectron verkauft nicht direkt an Gastronomen. Rund 300 autorisierte Fachhändler in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern übernehmen Beratung, Einrichtung, Kassenprogrammierung und Support. Du schließt den Vertrag mit dem Händler, nicht mit Vectron.
Das hat Konsequenzen: Dein Händler programmiert die Kasse, konfiguriert den Order Hub und ist dein Ansprechpartner bei Problemen. Die Qualität hängt vom Händler ab. Gute Händler richten das System passgenau ein und reagieren schnell. Bei einem schlechten Händler zahlst du für jeden Anruf und wartest auf Änderungen, die du bei Cloud-Kassen wie Lightspeed oder ready2order selbst im Backend machst. Händlerwechsel sind möglich, aber aufwändig.
Preise
Seit 2025 verkauft Vectron über das Mietmodell VECTRON SMART (Mindestlaufzeit 24 Monate). Du mietest Hardware, Software und Payment als Paket:
| Komponente | Preis pro Monat |
|---|---|
| Grundgebühr (Cloud, 2 Payment-Terminals) | 34,90 € |
| POS Life (10,1” Android) | + 24,90 € |
| POS M4 Pay (mobiles Handheld) | + 29,90 € |
| POS 7 inkl. Drucker (15,6” Flaggschiff) | + 39,90 € |
| Order Hub (KDS, Systembox + Monitor) | + 39,90 € |
Kartenzahlung: 1,29 % (EC/Kreditkarte), 1,90 % (Amex). Ein Restaurant mit einer POS 7-Kasse und einem Order Hub in der Küche zahlt mindestens 114,70 €/Monat (Grundgebühr + POS 7 + Order Hub), plus Transaktionsgebühren.
Fachhändler verkaufen auch den klassischen Hardware-Kauf. Stationäre Kassen wie der POS 7 kosten mehrere tausend Euro. Dazu kommen Software-Lizenzen. Kündigungsfrist beim SMART-Paket: 3 Monate zum Vertragsende. Verpasst du die Frist, verlängert sich der Vertrag um 12 Monate.
Nutzerbewertungen
Vectron ist auf Bewertungsplattformen kaum vertreten. Auf kassensystemevergleich.de 3,9 von 5 Sternen bei 18 Bewertungen, auf Trustpilot 3,7 bei 4 Bewertungen. Nutzer loben die robuste Hardware und die Langlebigkeit. Kritik kommt an der Händler-Abhängigkeit (Support variiert je nach Händler), an der Software-Oberfläche (mehrfach als nicht zeitgemäß beschrieben) und an kostenpflichtigem Telefon-Support bei manchen Händlern.
Vectron Order Hub: Der Küchenmonitor (KDS) im Detail
Der Order Hub ist Vectrons Küchenmonitor (KDS), eingeführt im Oktober 2025. Eine Systembox, die du an einen Touchscreen-Monitor anschließt. Bestellungen aus der Kasse, von mobilen Handhelds und von Self-Ordering (z.B. über SO’USE) erscheinen in Echtzeit.
Der Order Hub unterscheidet zwischen Dine-in und Take-away. Dine-in-Bestellungen zeigen Tischnummer und Sitzplatz, Take-away-Bestellungen die Abholzeit. Beide Typen erscheinen auf dem gleichen Bildschirm, du erkennst auf einen Blick, was an welchen Tisch geht und was zur Abholung bereitsteht.
Stationen und Routing
Du hängst pro Station einen eigenen Order Hub auf. Jeder braucht eine eigene Systembox plus Touchscreen-Monitor (39,90 €/Monat pro Bildschirm im SMART-Paket). Die Küche sieht nur Speisen, die Bar nur Getränke, die Snackstation nur Snacks. Eine kombinierte Ansicht zeigt alle Stationen auf einem Bildschirm. Per Schnellansicht wirfst du einen Blick auf die offenen Posten anderer Stationen, ohne deine eigene Ansicht zu verlassen. So sieht der Grillkoch, wie viele Vorspeisen die kalte Küche noch offen hat, bevor er den Hauptgang startet.
Gangsteuerung
Der Order Hub zeigt Mehrgangmenüs mit separaten Gängen. Die Küche startet und stoppt jeden Gang am Monitor. Nachbestellungen und Stornos erscheinen in Echtzeit. Der Service gibt den nächsten Gang am Kassenterminal oder Handheld frei, die Küche sieht die Freigabe sofort auf dem Bildschirm.
Du kannst eine ganze Karte pausieren, wenn ein Tisch auf einen Gast wartet. Die pausierten Karten verschwinden aus der aktiven Ansicht und tauchen wieder auf, sobald du sie fortsetzt.
Laufzeitüberwachung und Farbcodierung
Pro Artikel, pro Gang und pro Karte läuft ein Timer. Fällige Bestellungen wechseln die Farbe, überfällige pulsieren. Du siehst auf einen Blick, welcher Tisch seit 20 Minuten wartet und welcher gerade erst bestellt hat.
VIP-Bestellungen lassen sich farblich hervorheben. Bei Stammgästen oder besonderen Anlässen sieht die Küche sofort, dass dieser Tisch Priorität hat.
Karten verschieben und umsortieren
Die Reihenfolge der Karten auf dem Bildschirm lässt sich manuell ändern. Per Swipe schiebst du eine Bestellung nach vorn, wenn ein Tisch drängt. Tischumbuchungen, Teilungen und Transfers aus der Kasse erscheinen in Echtzeit auf dem Order Hub.
Sonderwünsche und Freitext
Sonderwünsche des Gastes erscheinen als Freitext direkt am Artikel. “Ohne Zwiebeln”, “extra scharf”, “Allergie Nüsse” stehen dort, wo die Küche sie beim Zubereiten sieht.
Bondruck parallel zum Monitor
Bondruck lässt sich parallel zum Küchenmonitor (KDS) aktivieren. Bei Fertigstellung druckt der zugewiesene Drucker automatisch einen Bon. Betriebe, die schrittweise vom Bondrucker auf den Küchenmonitor (KDS) umsteigen, fahren beide Systeme gleichzeitig. Du wählst direkt am Order Hub, auf welchem Drucker der Bon rauskommen soll.
Grenzen des Order Hub
Der Order Hub ist eng an das Vectron-Ökosystem gebunden. Die Konfiguration macht der Fachhändler, du kannst Stationen, Routing und Farbcodes nicht selbst im Backend anpassen. Bei Änderungen rufst du deinen Händler an. Bei Cloud-Kassen wie Lightspeed oder Gastronovi konfigurierst du das KDS selbst.
Jeder Küchenmonitor (KDS) braucht eine eigene Systembox plus Touchscreen-Monitor. Im Kauf kommst du auf über 1.000 € pro Station (Systembox ca. 450 € + Monitor ab ca. 600 €), im SMART-Paket auf 39,90 €/Monat. iPads oder Android-Tablets werden als KDS-Bildschirm nicht unterstützt.
Der Order Hub funktioniert nur mit Vectron. Wechselst du das Kassensystem, verlierst du den Küchenmonitor (KDS), die konfigurierten Stationen und die eingeübten Abläufe. Physische Quittierungstasten (Bump Bars) werden nicht unterstützt, Statuswechsel gehen nur per Touch.
Hardware
Vectron selbst
Vectron verkauft eigene Hardware:
| Gerät | Preis (SMART) | Beschreibung |
|---|---|---|
| POS Life | 24,90 €/Monat | 10,1” All-in-One, Android, für Bistro/Kiosk/Food Truck |
| POS 7 | 39,90 €/Monat | 15,6” Full HD, proprietäres OS, Flaggschiff für Gastronomie |
| POS 7 Mini | k. A. | 11,6” Full HD, kompakt für schmale Theken |
| POS M4 Pay | 29,90 €/Monat | Mobiles Handheld, Android, NFC-Zahlung integriert |
Die stationären Kassen funktionieren ohne Internet. Cloud-Features (myVectron, Online-Ordering, DATEV-Export) brauchen eine Verbindung.
Küchenmonitor (KDS)
Der Order Hub besteht aus einer Systembox und einem separaten Touchscreen-Monitor. Im SMART-Paket mietest du beides für 39,90 €/Monat. Im Einzelkauf kostet die Systembox ca. 450 € UVP, der Monitor kommt extra. Als Touchscreen-Monitor eignen sich Beetronics-Monitore mit Metallgehäuse (ab ca. 600 €). Im Kauf landest du bei über 1.000 € pro Station.
Küchenmonitor (KDS) mit iPad
Wer statt der Systembox ein iPad in der Küche will, braucht ein Standalone-KDS wie PIQY:
| Gerät | Preis ab | Bildschirm |
|---|---|---|
| iPad 11” | ca. 275 € | 11 Zoll |
| iPad Air 13” | ca. 600 € | 13 Zoll |
Das 13-Zoll-Modell lohnt sich an Posten, wo mehrere Köche gleichzeitig auf den Bildschirm schauen. Für die Küche brauchst du eine Wandhalterung (ab 30 €) und ein Schutzgehäuse (50 bis 150 €) gegen Fett und Dampf.
PIQY als Standalone-Küchenmonitor (KDS) für Vectron
PIQY arbeitet an einer Integration mit Vectron. PIQY läuft auf dem iPad oder Android-Tablet, ohne Systembox oder externen Monitor.
- Freie Hardware-Wahl: PIQY läuft auf iPads, Android-All-in-Ones aus Edelstahl (z.B. Elo I-Series 5) oder Android-Boxen mit separatem Touchscreen (z.B. Elo I-Series Backpack + Beetronics-Monitor). Du mixt die Hardware nach Station: Die Bar arbeitet mit iPads, die Küche mit Edelstahl-Bildschirmen direkt am Herd. Beim Order Hub brauchst du pro Station eine Vectron-Systembox.
- Stationsfilter: Du hängst so viele Bildschirme auf wie du Posten hast. Jeder zeigt nur die Gerichte seiner Station.
- Lokales Netzwerk: PIQY läuft über dein WLAN im Betrieb. Fällt das Internet aus, arbeitet die Küche weiter.
- POS-unabhängig: PIQY hängt an keinem Kassenhersteller. Wechselst du das System, behält dein Küchenteam den gewohnten Ablauf. Bei Vectron relevant: Seit der Shift4-Übernahme 2024 entscheidet ein US-Konzern über die Produktrichtung.
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